• Nico Kronenberg

Darts-WM 2021 / Wer sind die Favoriten? Wer kann überraschen?

Endlich ist es soweit - Die Darts-WM im alt ehrwürdigen Alexandra Palace startet am Dienstagabend. Während Deutschland in den Lockdown geht, werden in England erneut Fans zugelassen. Bis zu 1000 Fans werden pro Session vor Ort sein.


Bildrechte:PDC.tv


Sechs - Das ist die Zahl des Jahres, denn in diesem verkürzten Dartsjahr hatten wir sechs verschiedene Major-Sieger, so viele wie schon lange nicht mehr. Der Darts-Sport lebt von den Überraschungen. Trotz in Form von Michael Van Gerwen, Gerwyn Price und Peter Wright drei Spieler weiterhin über allem schweben, gibt es neue Spieler, die frischen Wind hineinbringen. So konnte beispielsweise der junge Dimitri Van den Bergh aus Belgien das World Matchplay gewinnen.



Die Favoriten:

Michael van Gerwen hatte wohl das schwerste Jahr seine Karriere. Zum Anfang des Jahres wechselte der Niederländer seinen Ausrüster, das zog einen Dartswechsel mit sich. Was sich nicht besonders anhört, stellte den 31-Jährigen vor eine große Herausforderung. Auf der Pro-Tour, Premier League und European Tour testete "Mighty Mike" Woche für Woche neues Material aus, letztendlich entschied er sich dazu, weiterhin mit seinen alten Darts zu spielen. In den ersten drei Monaten des frischen Jahres 2020 konnte Van Gerwen kein einziges Turnier gewinnen, doch noch im März sicherte er sich den UK-Open-Titel. Direkt danach folgte der "Lockdown". Nach drei Monaten ohne Spielpraxis ging es zurück auf die Pro-Tour und Van Gerwen hatte erneut Probleme. Die aktuelle Nummer 1 fehlte die Spielpraxis und der dreifache Weltmeister fing an, an sich zu zweifeln. Wie ein roter Faden zog sich die Inkonstanz durch sein Jahr, nach einem überragenden Auftritt folgte ein schwacher Auftritt.

Stichellein von anderen Spielern musste "The Green Machine" ebenfalls über sich ergehen lassen, so sieht Peter Wright den Niederländer nicht als ernsthaften Konkurrenten für den Titel an. Bei den Players Championship Finals, der Generalprobe für die WM konnte sich Van Gerwen den Titel im Finale gegen Mervyn King sichern und noch einmal Selbstbewusstsein tanken. Van Gerwen wird so heiß wie nie sein auf den Titel.


Das Jahr von Peter Wright lässt sich nur schwer beschreiben. Direkt nach dem Gewinn seines WM-Titels im vergangenen Jahr setzte der Schotte beim ersten Major des Jahres ein Ausrufezeichen und gewann das Masters-Turnier. Doch zuletzt geriet die Konstanz ins Schwanken. Peter Wright sprach vor den Players Championship Finals von Rücktrittsgedanken. Ohne die Familie zu reisen, in einer Bubble zu leben und in einer leeren Halle Darts in ein Board zu werfen, ist nichts für Peter Wright. "Snakebite" liebt die Interaktion mit den Fans, vor jedem Spiel hüpft er über die Bühne und möchte den Fans eine Show bieten. Ob er zur WM mit einem anderen Mindset reist und seine Motivation wiedergefunden hat, bleibt abzuwarten.



Gerwyn Price sprach in einem Interview über ähnliche Motivationsprobleme. Auch der Waliser konnte zuletzt nicht sein "A-Game" abrufen, nichtsdestotrotz konnte er mit den World Series Finals und dem Grand Prix zwei wichtige Turniere in diesem Jahr gewinnen. In den vergangenen Jahren hatte Price oft Probleme bei der WM und wurde nicht seinen Ansprüchen gerecht. Jetzt möchte der 35-Jährige seinen ersten WM-Titel gewinnen. Sollte der ehemalige Rugbyspieler seine Motivation ähnlich wie Peter Wright wiedergefunden haben, gehört Price zu den Favoriten auf den WM-Titel.


Mögliche Überraschungen:

Jose De Sousa ist die Überraschungen des Dartsjahres. Am 24.11.2020 konnte der Porguiese den ersten Major-Titel seiner Karriere feiern. Im Finale des Grand Slam of Darts besiegt de Sousa James Wade mit 16:12. Doch die Karriere lief nicht immer so rosig. Bereits 2012 nahm der Portugiese an der WM teil und unterlag Devon Petersen knapp mit 3-4. Der talentierte E-Dartsspieler konzentrierte sich nach der WM-Teilnahme zunächst auf E-Darts. Im Jahr 2019 sicherte sich der 45-Jährige dann seine Tourcard. Von Monat zu Monat steigerte sich De Sousa letztendlich bis zum Grand Slam. Tottenham-Trainer Jose Mourinho betitelte De Sousa als den wirklichen "Special One". Der Sympatieträger könnte für eine große Überraschung in diesem Jahr sorgen.



Devon Petersen ist möglicherweise der "Most improved Player" in diesem Jahr. Der Südafrikaner, welcher seit fünf Jahren eine Tourcard besitzt, hielt sich jahrelang eher durch seine Expertise am Sky-Mikrofon über Wasser, meistens konnte er sich nur durch eine gute WM die Tourcard für ein weiteres Jahr sichern, doch in diesem Jahr ist alles anders. Nach der "Corona-Pause" kam der "African Warrior" stärker den je zurück und gewann die German Darts Championship in Hildesheim. Seitdem ist der Südafrikaner regelmäßig in Achtelfinal-Partien vorzufinden. Ob der 34-Jährige dazu im Stande ist, die WM zu gewinnen, bleibt abzuwarten, doch für ein Viertelfinale sollte jeder Dartsfan Petersen auf der Liste haben.


Dimitri Van den Bergh schaffte in diesem Jahr den nächsten Schritt in seiner Karriere. Der Anfang des Jahres lief sehr verhalten für den jungen Belgier, doch während des Lockdowns zog Van den Bergh auf den Hof von Peter Wright und trainierte mehrere Monate intensiv mit dem amtierenden Weltmeister. Ende Juli stand mit dem World Matchplay das zweitgrößte Turnier des Jahres auf dem Programm. Dimitri Van den Bergh reiste bestens vorbereitet nach Milton Keynes und nahm 150.000 Pounds mit nach Hause. Auf dem Weg zum Titel besiegte 26-jährige Nathan Aspinall, Joe Cullen, Adrian Lewis, Glen Durrant und Gary Anderson.


Deutsche Teilnehmer:

Martin Schindler scheiterte knapp beim Last-Chance-Qualifier, sonst wären erstmals vier deutsche Teilnehmer bei einer WM dabei gewesen. So sind mit Nico Kurz, welcher sich beim deutschen Qualifier durchsetzte, Gabriel Clemens und Max Hopp drei deutsche Teilnehmer dabei.

Gabriel Clemens ist mittlerweile die deutsche Nummer eins und befindet sich in der Weltrangliste vor Max Hopp. Bei nahe zu jedem großen Turnier war der "German Giant" vertreten. Auch wenn oftmals in Runde drei Schluss war, steigert sich Clemens von Jahr zu Jahr. Bereits in Runde zwei kann es zum Deutsch-Deutschen-Duell zwischen Gabriel Clemens und Nico Kurz kommen. Gabriel Clemens dürfte aufgrund seiner Spielpraxis als Favorit in die Partie gehen. Zuvor muss Nico Kurz Andy Hamilton in Runde eins besiegen.

Max Hopp hatte kein leichtes Jahr und musste um seine WM-Teilnahme zittern. In Runde eins der Darts-WM trifft der "Maximiser" auf den australischen Teilnehmer Mathers. Sollte er diese Auftaktshürde schaffen, wird in Runde zwei mit Mervyn King kein leichter Gegner warten.


Game on!

15 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen